Manchmal frage ich mich selbst: Wie war das eigentlich heute alles?
Denn kein Tag in meinem Job ist wie der andere – und genau das liebe ich daran.
Morgens: Pläne sind zum Ändern da
Der Kaffee steht noch dampfend auf dem Tisch, da klingelt schon mein Handy: „Heute doch lieber Friseur statt Arzt – können wir das umplanen?“ Natürlich können wir! Flexibilität gehört für mich einfach dazu. Unser Alltag folgt keinem festen Schema – wir passen uns den Menschen an, nicht die Menschen an uns.
Vormittags: Kleine Dinge, große Wirkung
Erster Termin bei Herrn K. – Bettwäsche wechseln, ein bisschen plaudern über alte Radtouren, lachen über längst vergangene Abenteuer. Für ihn sind es oft genau diese Gespräche, die den Tag besonders machen.
Danach geht es zu Frau L. – wir bepflanzen ihren Balkon. Erde, Blumen, Sonne im Gesicht. Als wir fertig sind, schauen wir beide still auf das kleine Paradies, das gerade entstanden ist. Solche Momente bleiben.
Mittags: Ordnung ins Chaos bringen
Bei Herrn S. stapeln sich die Papiere. Wir sortieren, erklären Budgets, bereiten Anträge vor – und am Ende sieht sein Tisch wieder nach „Ordnung“ aus. Sein erleichtertes Lächeln zeigt mir jedes Mal, wie wichtig solche Hilfe ist.
Mittags bin ich bei Frau B. Sie liebt Thom Kha Gai, also schnippeln wir Gemüse, plaudern über ihre Enkelkinder, lachen gemeinsam. Danach machen wir ein paar Übungen für die Beweglichkeit. Es fühlt sich nicht wie Arbeit an – eher wie ein guter Besuch.
Nachmittags: Einfach da sein
Am Nachmittag begleite ich Frau P. zum Zahnarzt. Auf dem Rückweg beschließen wir spontan, ein Eis zu essen. Sie sagt lachend: „Das war besser als jeder Ausflug!“ – und genau das macht mich glücklich: diese kleinen, unerwarteten Freuden.
Dazwischen: Das unsichtbare Jonglieren
Während all das passiert, klingelt ständig mein Telefon: Ein Pflegedienst braucht Rückmeldung, ein Mitarbeiter hat eine Frage, eine Klientin versteht ihren neuen Bescheid nicht. Also erkläre ich, beruhige, organisiere – und beantrage im Kopf schon mal die nächste Höherstufung oder den Reha-Platz.
Abends: Das Gefühl, etwas Wichtiges getan zu haben
Wenn ich abends müde nach Hause komme, denke ich an die vielen kleinen Dinge des Tages: frische Betten, ein gemeinsames Lied, ein gutes Gespräch, ein Stück Kuchen auf dem Balkon. Wir haben gelacht, geholfen, organisiert – und manchmal einfach nur zugehört.
Kein Tag ist gleich – und das ist gut so
Unsere Arbeit ist nie nur „Begleitung“. Sie bedeutet Nähe, Zeit schenken, Alltag leichter machen. Manchmal backen wir Plätzchen, manchmal falten wir Origamis, manchmal reden wir über schwere Themen – und oft machen wir einfach nur Quatsch.
Und genau deshalb liebe ich, was ich tue:
Jeder Tag ist ein kleines Abenteuer – und am Ende zählt vor allem eins: Da sein.